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Der Drei-Zonen-Garten - Ein Konzept für Vielfalt und Artenreichtum

Der Drei-Zonen-Garten - Ein Konzept für Vielfalt und Artenreichtum

Bereits als kleines Kind faszinierten ihn die wunderbare Vielfalt von Tieren und so wollte er Tierschützer werden. Doch studierte er zuerst Geologie und lernte dadurch, dass alles auf diesem Planeten zusammen hängt. Der Mensch ist eingebunden in das Klima, die Vegetation, die Tierwelt, die Kultur und die Zeit und überall existieren Wechselwirkungen, sowohl mit positiven als auch negativen Rückkopplungen. Der Theorie folgte die Praxis und so entschied sich Markus Gastl für eine zweijährige Reise zusammen mit seiner damaligen Freundin und späteren Frau für einen Tripp per Rad durch einen für beide bis dato unbekannten Kontinent: Südamerika.

Sein Studium hängte Markus Gast danach an den Nagel und machte eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Ein flexibler Beruf und die Möglichkeit um Geld zu sparen, denn sein nächstes großes Ziel war eine Reise über die Panamericana – erneut mit dem Rad.

Eine große Reise, die viel Erkenntnis brachte

„Diese Reise öffnete uns beiden die Augen und schärfte unsere Blicke für das Wesentliche: Das Leben, die Natur und dass alles mit allem vernetzt ist.“ Aber sie sahen auch die Gewalt und Armut in den Ländern, die sie durchquerten. Megastädte, die ins Endlose wuchern, brennende Wälder, Monokulturen und Massentierhaltung, verpestete Flüsse und das verschmutzte Meer, Tiere, die gejagt und getötet werden, Maschinen, die alles niederwalzten, Regenzeiten die ausblieben bis hin zu den schmelzenden Gletschern. Der Profit und die Gier regiert die Welt und zerstört die Vielfalt, die Natur und letztendlich den Lebensraum aller Lebewesen.

Nach über 2,5 Jahren, 41843 gefahrenen Kilometern mit dem Rad und der Durchquerung von Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Peru, Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Honduras,  Nicaragua, Guatemala, Mexiko, USA und Kanada erreichten beide im Sommer 2003 ihr Ziel: Inuvik.

Für Markus Gastl hatte sich damals einerseits ein Traum erfüllt, jedoch war ihm auch klar, dass es 5 vor 12 für die Schöpfung ist und dass er handeln wollte. Denn nicht nur in Südamerika sondern auch bei uns in Deutschland ist es um die Vielfalt und Natur schlecht bestellt. Viele Pflanzen und Arten sind nahezu ausgestorben und so beschloss Markus Gastl 2007 ein altes Bauernhaus und eine Fettwiese mit 7000 Quadratmetern in Beyersberg, Mittelfranken zu kaufen.

Von einer Vision zum Naturparadies

Hier konnte er alles so gestalten, dass die Natur auf seinem Land eine Chance bekommt und legte mit den Jahren seinen Hortus Insectorum an – nach seinem selbst entwickelten Konzept.

Schritt für Schritt und binnen von 5 Jahren schafft er es, aus einer artenarmen Fettwiese einen Garten zu gestalten, der zu den „Gartenschätzen in Bayern – 70 Parks und private Gärten zum Entdecken und Genießen“ gehört und über den die Medien mehrfach berichteten.

Der Hortus Insectorum ist ein komplett autarker Garten. Bei der Umsetzung und Gestaltung entwickelter Markus ein neues Gartenmodell: den Drei-Zonen-Garten. Angelehnt an die ökologischen Richtlinien der Permakultur ist sein Garten ein Hort der Vielfalt. Er bietet Lebensräume für sehr viele Insektenarten, Säugetiere und Vögel und hat selbstverständlich auch einen eigenen Ertragsgartenbereich mit Obst und Gemüse für den Eigenbedarf. Gedüngt wird mit Gründüngung und natürlich wird auf chemische Substanzen verzichtet, denn der Garten versorgt sich selbst mit dem was er braucht.

Basierend auf dem Modell des Hortus Insectorum und des drei-Zonen-Garten entstand 2012 aus einem einstigen Edelrosengarten von 2800 Quadratmetern ein weiterer Garten: der Hortus Felix.

Regelmäßig öffnen Markus Gastl und seine Lebensgefährtin Gerlinde Strnad ihre Hortustore für Führungen und Schulungen. Der Besucher erfährt über die Geschichte der Gärten, über die ökologischen Zusammenhänge und über fast vergessene Nutzpflanzen, die es wieder zu entdecken gilt. Der Besucher bekommt zudem praktisches Gärtner-Wissen vermittelt und erhält viele Anregungen für seine eigene Gartengestaltung.

Die Drei Zonen am Beispiel des Hortus Insectorum kurz erklärt

Wie der Name bereits verrät besteht der Hortus (lat. Garten) aus drei Zonen, die sich gegenseitig begünstigen und unterstützen: der Puffer-, der Hotspot- und der Ertragszone.

Die Pufferzone umgibt den Garten und grenzt ihn nach außen durch eine Hecke aus einheimischen Sträuchern ab. Zusätzliche Elemente wie Reisighaufen, Totholzstämme, Steinhaufen und Sandhügel schaffen weiteren Lebensraum, der vielen Vögeln, Säugetieren und Insekten Schutz und Nahrung bietet.

In der Hotspotzone herrscht große Vielfalt. Die auf mager mBoden wachsenden Blumenwiesen und die Steingartenanlagen mit zahlreichen Unterschlupfmöglichkeiten zeichnen sich durch eine besonders hohe Artenzahl von Tieren und Pflanzen aus.

Direkt am Haus und damit schnell erreichbar liegt die Ertragszone mit Gemüse- und Kräuterbeeten, Beerensträuchern und mehr. Ihr Boden bringt gesunde und reichhaltige Ernte. Pflanzenschutzmittel und künstliche Dünger werden nicht eingesetzt.

Alle Zonen sind miteinander vernetzt und stabilisieren sich gegenseitig, so dass es kaum Schädlingsbefall gibt.

Auf der Webseite www.hortus-insectorum.de finden interessierte LeserInnen neben vielen Bildern und Videos auch Führungstermine und zahlreiche Tipps und Tricks, die bei der Gestaltung des Hortus Insectorum eine Rolle gespielt haben und zum Nachmachen anregen sollen.

Das Hortus-Netzwerk - eine Community, die zum Mitmachen einlädt

Markus Gastl konnte mit seinem Modell des Drei-Zonen-Garten inzwischen immer mehr Menschen begeistern und so entstand das Hortus-Netzwerk. Eine sehr nette und aktive Community, die über Facebook zu erreichen ist. Jeder, der sich für den Drei-Zonen-Garten interessiert ist eingeladen Fragen zu stellen und aktiv das Netzwerk mitzugestalten.

Weiterführende Links

Webseite Hortus Insectorum

Hortus Insectorum bei Facebook

Webseite Hortus Felix

Hortus Felix bei Facebook

Das Hortus-Netzwerk bei Facebook

Markus Gastl bei Youtube

Bildquellen: alle Fotos © Markus Gastl

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