The Green Lie | Die grüne Lüge – Ein Film über Greenwashing

Umweltblick Film-Tipp: "Schwer beeindruckt!"

The Green Lie | Die grüne Lüge – Ein Film über Greenwashing

Die wenigsten wissen davon und die davon wissen, denen platzt regelmäßig der Kragen. Ich gehöre zu letzteren. Gemeint ist Greenwashing. Ökologisch und nachhaltig angepriesen ziehen sich Konzerne und Unternehmen gerne das grüne Mäntelchen um und täuschen somit uns Verbraucher oder besser gesagt: "uns Konsumenten". Denn genau darum geht es: um Konsum, Absatz, Marktanteile und Gewinnmaximierung.

Jetzt hat endlich jemand einen Film zum Thema Greenwashing gemacht: Werner Boote – Filmemacher, den viele von "Plastic Planet" kennen zusammen mit Kathrin Hartmann – Buchautorin und Greenwashing-Spezialistin.

Letzte Woche Donnerstag (22. März 2018)  lief der Film von beiden – The Green Lie | Die grüne Lüge im Kölner Odeon an. Und am Samstag drauf saß ich inmitten eines gut besuchten Kinosaals mit anschließender Diskussion mit Kathrin und Werner.

 

Eins will ich vorweg nehmen: Den Film solltet Ihr Euch ansehen. Absolut empfehlenswert und toll gemacht. Neben imposanten Aufnahmen und der Vielzahl an Themen ist diese Doku vor allen Dingen eins: Weder trocken noch langweilig. 

Werner Boote gibt sich als einen eher gutgläubigen Otto-Normal-Verbraucher, der zusammen mit Kathrin Hartmann, der Greenwashing-Spezialistin um den Planeten jettet. Sie wollen selbst sehen, wie es wirklich aussieht. Wie nachhaltig Produkte wirklich sind und was dahinter steckt.
So sind auch die Dialoge zwischen den beiden Reisenden. Werner, der sich anfänglich etwas sehr naiv gibt, wird von Kathrin eines Besseren belehrt. Kathrin bringt den Ernst ins Spiel. Mit spitzfindigen Kommentaren und harten Fakten, die überzeugen. Auch Werner und letztendlich den Zuschauer.

Beide begeben sich z. B. nach Sumatra zu den Palmölplantagen und einem kürzlich durch Brandrodung zerstörten Regenwaldgebiet. Selbstverständlich für den Anbau von "Nachhaltigen Palmöl"! Oder in die USA an einen schönen Strand an der Golfküste, wo Katrin massig Öl-Teer-Klumpen findet. Das Resultat von Deepwater Horizon und BP. Die ja in sehr kurzer Zeit den Golf von Mexico vom Öl "gereinigt" hatten. Indem sie eine Chemikalie einsetzten, die das Öl an der Meeresoberfläche zum Sinken auf den Meeresboden brachte. So dass man das Öl eben nicht mehr sieht. Dass dieses Gemisch aus Öl und Chemikalie äußerst giftig ist, erfährt der Zuschauer neben weiteren Fakten. Oder der Aufenthalt in ... Nein! Mehr möchte ich über die Inhalte nicht schreiben. Sonst würde ich Euch die Vorfreude und Spannung nehmen. Schaut ihn Euch selbst an.

Neben den bereisten Ländern und den eindrucksvollen Bildern erklären Euch die beiden die Hintergründe zu den jeweiligen Themen. Mit dabei sind Menschen, die vor Ort leben, Aktivisten, ein Professor am MIT und auch Konzernmitarbeiter, die sich um Kopf und Kragen reden.

Am Ende des Films dachte ich: "Die haben einen Umweltblick-Film gemacht. Wie cool ist das denn?" Und "... geht alle ins Kino, frägt in den Kinos nach, erzählt es weiter."

Kurzum: The Green Lie hat mich schwer beeindruckt und ich würde sagen, er gehört zu den Musst-See-Dokus unserer Zeit. Schaut ihn Euch an.

Übrigens: Kathrin Hartman hat zum Film ein Buch geschrieben, welches ihr hier über den Verlag (Random House) bestellen könnt.

Weiterführende Links

The Green Lie

The Green Lie bei facebook

Werner Boote bei Facebook

Kathrin Hartmann bei facebook

Kinosuche

 

 

Trailer von The Green Lie

Teilen