PETA kritisiert „Earth Hour“: Klima lässt sich nicht mit dem Lichtschalter retten

PETA kritisiert „Earth Hour“: Klima lässt sich nicht mit dem Lichtschalter retten

Stuttgart, 23. März 2017 – Am 25. März 2017 findet um 20:30 Uhr die „Earth Hour“ statt. Bekannte Sehenswürdigkeiten, öffentliche und private Gebäude sollen dann 60 Minuten im Dunkeln bleiben. PETA kritisiert die Aktion. „Der effektivste Schritt hin zur Klimarettung ist die Ernährungsumstellung auf tierfreie Produkte, nicht das Ausschalten von Lichtern“, so René Schärling, Fachreferent bei der Tierrechtsorganisation PETA.

Für ein Kilogramm Rindfleisch wird so viel Energie benötigt wie für den 20-tägigen Betrieb einer 100-Watt-Glühbirne. Des Weiteren wird dafür so viel CO2 emittiert wie bei einer 250 Kilometer langen Autofahrt – und eine Wassermenge verbraucht, mit der man ein Jahr lang duschen könnte. Das World Watch Institute kam 2009 zu dem Schluss, dass Landwirtschaft über 50 Prozent der Emission klimaschädlicher Gase verursacht und damit – noch vor Verkehr und Energiewirtschaft – Hauptverursacher für den Klimawandel ist [1]. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zeigt auf, dass eine rein pflanzliche Ernährung 40 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen könnte [2]. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) resümiert in einer Studie von 2010, dass Fleisch und Milchprodukte den Unterschied in der persönlichen Klimabilanz machen [3]. Der Vergleich zeigt klar auf, dass eine vegane Lebensweise weitaus mehr zum Klimaschutz beiträgt, als eine Stunde das Licht auszuschalten. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die eigentlichen Umweltprobleme mit der einstündigen Aktion ausgeblendet werden. Für langfristiges Umdenken ist eine dauerhafte Änderung des Konsumverhaltens notwendig.

Eine vegane Lebensweise ist nicht nur eine umweltschonende und klimafreundliche Möglichkeit, sich gesund zu ernähren, sondern vermeidet vor allem Tierleid. PETAs Veganstart-Programm hilft beim einfachen Einstieg. Die Anmeldung ist nicht schwieriger, als alle technischen Geräte im Haushalt auszuschalten.

Weiterführende Links

[1] World Watch Institute (2009): Livestock and Climate Change.

[2] BMELV (2008): Bericht des BMELV für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst- und Ernährungswirtschaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Online unter: http://www.bmel.de/cae/servlet/contentblob/383152/publicationFile/22425/Klimaschutzbericht2008.pdf.

[3] Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (2010): Klimaschutz durch bewusste Ernährung.

PETA.de/Klimaschutz

PETA.de/Umwelt

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