Schmutziges Palmöl – Palmöl aus Raubbau

Der Ausdruck schmutziges Palmöl setzte sich in den letzten Jahren deshalb durch, da der Anbau alles andere als ökologisch oder sozial ist. Mit ihm gehen einher: meist illegale Abholzung von Regenwäldern in einem gigantischen Ausmaß, Verletzungen von Menschenrechten und ein immenses Fortschreiten von Artensterben.

Indonesien, das kurz vor Malaysia weltweit führend in der Produktion von Palmöl ist, beherbergt einzigartige Pflanzen- und Tierarten. Öffentlich bekannt wurde das schmutzige Geschäft mit dem Palmöl dank der jahrelangen Arbeit und Recherche von Umweltschutzorganisationen, wie z. B. die BOS, Rettet den Regenwald, Robin Wood, Greenpeace und vielen weiteren international tätigen NGOs (Non Governmental Organisations/Nicht-Regierungs-Organisationen).

Der Regenwald – über 180  Arten vom Aussterben bedroht

Greenpeace berichtet in seiner aktuellen Studie: "Indonesien verfügt nach Brasilien und dem Kongobecken über die weltweit größten Regenwälder. Etwa 10 bis 15 Prozent aller bekannten Arten an Pflanzen, Säugetieren und Vögeln leben dort. Allein im Bereich der Säugetiere sind über 180 Arten laut IUCN (International Union for Conservation of Nature) vom Aussterben bedroht. Schätzungen zufolge ist der Bestand der Sumatra-Tiger auf rund 400 Tiere gesunken, der des Borneo-Zwergelefanten auf 1.500 und der des Sumatra-Orang-Utans auf 7.300." (Text und Quelle Greenpeace)

Laut der BOS Foundation hat Indonesien bereits 75 Prozent seines Regenwaldes verloren. Den Prognosen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2022 98 % der Wälder verschwunden sein. Zwei Millionen Hektar pro Jahr werden abgeholzt bzw. brandgerodet. Ca 88 % des Holzes stammen aus illegalem Einschlag. 

Der Regenwald – ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems

Die Böden der Regenwälder sind vorwiegend Torfböden, die sehr große Mengen an Kohlenstoff (CO2) speichern. Durch die Abholzung der Regenwälder und um den Anbau von Palmöl-Plantagen (grundsätzlich für alle Monokultur-Plantagen auf Regenwaldböden) zu ermöglichen, werden diese ökologisch wichtigen Torfböden trocken gelegt und zerstört. Die gespeicherten Mengen des umweltschädlichen CO2 werden freigesetzt und tragen somit massiv beim Klimawandel bei. Hinzu kommt, dass sich diese Böden mit ihrem Wachstum über Jahrtausende hinweg entwickelt haben und die Natur den Anbau von Monokulturen nicht vorsieht. Es ist eine Frage der Zeit, bis diese dünnen und fragilen Böden von den Monokulturen ausgelaugt sind und auf ihnen nicht mehr wächst. Zudem trägt die Ölpalme nur zeitlich begrenzt Früchte: ca 15 - 20 Jahre. Übrig bleibt eine grüne Wüste mit einem ausgelaugten Boden auf dem so gut wie nichts mehr wächst und angebaut werden kann. Des Weiteren ist die Ölpalme sehr anfällig für Ungeziefer und wird deshalb extrem mit Pestiziden behandelt, die wiederum ins Trinkwasser gelangen. Die Arbeiter auf den Plantagen versprühen diese Chemiecocktails oftmals ohne Schutz und das verseuchte Trinkwasser schädigt die dort lebende Bevölkerung insbesondere Kinder. 

Dokumentarfilme zum Thema Palmöl:

The Green Dessert
ein Film über die Palmölproduktion. Die Hintergründe und was wir dagegen tun können. Mit englischen Untertiteln.

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ZDF-Zoom – Schokolade, Shampoo, Sonnencreme Palmöl als Urwald-Killer. 
Das für Palmöl gigantische Flächen an Regenwald abgeholzt werden und Menschen vertrieben werden, zeigt diese Dokumentation des ZDF.

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